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Aktuell >> Die Unabhängigkeit der Zeitungen

Unabhängig?

Fast alle Zeitungen der BRD schmücken sich mit dem Prädikat „unabhängig und überparteilich“. Da jedoch allein der Verkaufserlös bei den meisten Verlagen nicht ausreicht um die laufenden Kosten zu decken, sind diese auf das Anzeigengeschäft angewiesen. So verdienen sich viele ein Zubrot, in dem sie „Informationsanzeigen“ der Bundesregierung abdrucken, bezahlt von Steuergeldern! Eine Aufzählung der hierbei, allein im Jahr 2002, geflossen Gelder finden Sie hier.

Nach dem Motto „Wes Brot ich freß, des Lied ich sing!“ besteht die Möglichkeit, daß sich diese Zeitungen nicht völlig unabhängig verhalten, da bei zu kritischem Verhalten eine lukrative Einnahmequelle verlorengehen könnte.

Bei genauerem Hinsehen entdeckt man jedoch, neben dieser eher indirekten Einflußnahme, wesentlichere konkretere Verstrickungen zwischen der Medienlandschaft und politischen Parteien. Die DDVG (Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg) ist die Steuerungsgesellschaft des SPD-Unternehmensbesitzes, welche zu 100 Prozent im Eigentum der Schatzmeisterin der SPD Deutschlands, Inge Wettig-Danielmeier (99,25 Prozent direkt, 0,75 Prozent indirekt über die Solidarität Verwaltungs- und Treuhandgesellschaft mbH, Bonn) steht. Diese hält die Anteile als Generaltreuhänderin für den SPD-Parteivorstand. Dem Treuhand-Aufsichtsrat gehören an: Inge Wettig-Danielmeier (Vorsitzende), Björn Engholm (Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein a.D.), Uwe Jacobsen (Saarbrücker Zeitung), Gisela Marx (WDR-Journalistin), Klaus Uwe Benneter (Generalsekretär der SPD und Abgeordneter des Deutschen Bundestages), Ernst Maul (Bankier, Mitglied des Vorstandes der SEB AG), Dr. Werner Müller (ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Vorsitzender des Vorstandes der RAG) und Walter Riester (ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, „Schöpfer“ der Riester-Rente).

Die DDVG hält Anteile an 62 Zeitungen (38 Anzeigenblätter, 21 Tageszeitungen, „ÖkoTest“-Magazin, „Szene Hamburg“, „Vorwärts“) mit einer Gesamtauflage von rund 6 Millionen Exemplaren und etwa 12 Millionen Lesern. Des weiteren hat die Partei Beteiligungen an drei TV-Produktionsgesellschaften und 17 Radiosendern (u.a. FFN, Radio 21, Hitradio Antenne) mit über 7,5 Millionen Hörern. Die SPD spielt damit in derselben Liga wie der Springer-Verlag oder die WAZ-Gruppe und ist ein regelrechter Medienkonzern - ein rentabler dazu: Allein im Jahr 2003 flossen 12,5 Millionen Euro direkt in die Kassen der SPD und damit natürlich auch in den Wahlkampf.

Im Hildesheimer Raum hat die DDVG besonderen Einfluß über die "Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. Hannover", bei welcher sie mit 20,4% den größten Anteil hält. Mit einer Sperrminorität von 26% am Komplementär der Verlagsgesellschaft hat sie zudem bestimmenden Einfluß auf deren Management. Der Vorsitzende der Geschäftsführung bei Madsack, Friedhelm Haak, war früher bei der SPD-Medienholding DDVG in leitender Position beschäftigt.

Die Hildesheimer Druck- und Verlagsgesellschaft mbH ist zu 99,1% im Besitz der DDVG und da die Hildesheimer Allgemeine Zeitung den Mantelteil (u.a. Politik, Meinungsseite) von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, die zu 100% der Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG gehört, übernimmt und der Herausgeber der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung, der Verlag Gebrüder Gerstenberg GmbH & Co. KG, mit 6,4% der drittgrößte Anteilseigner der Madsack GmbH ist, ist auch hier eine Einflußnahme möglich.

Dadurch wird deutlich, daß die wenigsten Zeitungsverlage wirklich unabhängig sind, besonders wenn man die Anteile großer Medienkonzerne an vielen regionalen Verlagen berücksichtigt. Und die Überparteilichkeit verliert in Anbetracht der Verknüpfungen der SPD durch die DDVG beträchtlich an Glaubwürdigkeit. Vielleicht berücksichtigen Sie ja beim nächsten Zeitungslesen am Frühstückstisch diese Hintergrundinformationen, und behalten einen kritischen Blick auf die Berichterstattung.

Quellenangaben zur Eigenrecherche:
http://www.haz.de/impressum_index.html
http://www.haz.de/impressum_index.html
http://www.deutsche-lobby.de/index.php?action=bericht&ber=59
http://www.madsack.de

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