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Soldat Erich Priebke

Am 29.07.09 begeht Erich Priebke seinen 96. Geburtstag in italienischer Haft. Von vielen als "letzter Kriegsgefangener des 2. Weltkrieges" bezeichnet, sitzt er eine lebenslange Freiheitsstrafe, wegen einer Erschießung als Reaktion auf ein Attentat, bei der er im Laufe des 2. Weltkrieges in der Nähe von Rom teilgenommen hatte, ab. Trotz angeschlagener Gesundheit und hohem Alter ist auch in seinem 16. Jahr der Gefangenschaft, keine Gnade von Seiten der italienischen Regierung zu erwarten.

Erich Priebke, geboren am 29.07.1913 in Hennigsdorf ist gelernter Hotelfachmann und arbeitete bis 1935 in verschiedenen europäischen Hotels. 1936 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete für die Geheime Staatspolizei als Dolmetscher für Italienisch. Bald wurde er für den Kriminaldienst verbeamtet, wobei er hauptsächlich Kontakt zu italienischen Polizeidiensten hielt. Ab Februar 1941 arbeitete Priebke an der deutschen Botschaft in Rom als Verbindungsoffizier zur italienischen Polizei.

Am 23.März 1944 führten italienische Kommunisten in der Via Rasella bei Rom, ein feiges Attentat auf deutsche Polizisten aus. Bei diesem Attentat starben 33 deutsche Polizisten, zehn unbeteiligte Italiener und ein 13 jähriger Junge, dem dabei der Kopf vom Körper getrennt wurde. Als Antwort auf diese Tat sollten gemäß Hitlers Repressalienquote von 1 zu 10, welche dem gelteneden Kriegsrecht entsprach, 330 Geiseln erschossen werden. Eine grausame aber nicht unübliche Strafmaßnahme, die bei den Alliierten oft 1 zu 200 vollstreckt wurde. Erich Priebke nahm als Offizier an den Erschießungen in den ardeatinischen Höhlen teil. Zum Kriegsende 1945 diente Priebke zuletzt im Rang eines SS-Hauptsturmführers. Die von den Nürnberger Gerichten nach dem Krieg akzeptierte Quote von zehn Geiseln für einen erschossenen Soldaten wurde teils unterschritten, teils überschritten. Bei der Strafmaßnahme an der auch Pribke beteiligt war, wurden aus ungeklärten Gründen fünf Geiseln zu viel erschossen.

Erich Priebke verbrachte nach dem Krieg 20 Monate in englischer Kriegsgefangenschaft auf italienischem Boden. Nach seiner Flucht aus dem Lager in Rimini wohnte er zunächst unbehelligt bei seiner Familie in Sterzing/Vipiteno bis zum Oktober 1948. Er organisierte sich einen Reisepass des Internationalen Roten Kreuzes unter dem Falschnamen Otto Pape aus Lettland und entkam so von Genua nach Argentinien. Dort lebte Erich Priebke bald wieder unter seinem echten Namen und mit gültigen argentinischen Papieren in Bariloche, wurde Vorsitzender des Trägervereins der Deutschen Schule und genoss hohes Ansehen in der Deutschen Gemeinde und bei den Einheimischen.

Nach Wiederaufnahme der deutsch-argentinischen Beziehungen 1952 hatte er sich für den deutschen Pass registrieren lassen und ihn erhalten. 1993 stellten deutsche Ermittler einen Auslieferungsantrag, Erich Priebke wurde in Argentinien unter Hausarrest gestellt und 1995 nach Italien überstellt und dort im August 1996 von einem Militärgerichtshof in Rom zunächst freigesprochen. Am 15. Oktober 1996 erklärte ein Kassationsgericht den Freispruch für nichtig, so dass Priebke nochmals vor Gericht musste. Diesmal wurde ein Strafmaß von 15 Jahren verhängt. Aufgrund von Amnestiegesetzen wurde die Strafe um zehn Jahre reduziert und zugleich die Untersuchungshaft angerechnet.

Der letzte Kriegsgefangene

Im Frühjahr 1998 wurde Erich Priebke dann von einem Militär-Berufungsgericht in Rom zu lebenslanger Haft verurteilt. Aufgrund seines angeschlagenen Gesundheitszustands verbüßt Erich Priebke die Haft in Hausarrest. Anfang Juni 2007 erreichte Priebkes Anwalt, dass er sich mit Einschränkungen und Ankündigung bei der Polizei frei in Rom bewegen durfte. Amos Luzzatto, führender Vertreter der jüdischen Gemeinde, warf dem Gericht daher vor, die Haftstrafe Priebkes zu umgehen. Am 19. Juni 2007 wurde die Lockerung des Hausarrests wieder zurückgenommen.

Besonders verwerflich ist, dass Erich Priebke seit seiner Auslieferung 1995, keine Chance mehr hatte seine 2004 verstorbene Frau Alice, mit der er 66 Jahre verheiratet war, noch einmal zu sehen. Wer mehr über Erich Priebke wissen möchte oder sich für die Freiheit dieses von der Bundesregierung Vergessenen einsetzten will, findet alle erforderlichen Infos auf dieser Netzsseite:

http://www.erich-priebke.de/

Wir fordern: Laßt endlich Erich Priebke frei! Während die einstigen feigen Attentäter, die den Tod von hunderten Menschen, oftmals Gesinnungsgenossen, provozierten oder zumindest billigend in Kauf nahmen, heute als Widerstandskämpfer glorifiziert werden, sind deutsche Soldaten scheinbar zum Freiwild erklärt. Niemand darf einen 96jährigen Mann inhaftieren, der vor 65 Jahren in einem Weltkrieg offenbar nur seinen Pflichten als Soldat nachkam.

Erich Priebke schließt auf seiner Netzseite mit den Worten: „Ich bin nun im 16. Jahr meiner Gefangenschaft. Es war und ist ein schwerer Leidensweg, aber ich habe nie den Mut verloren und auch nicht die Hoffnung, noch einmal die goldene Freiheit genießen zu können. So danke ich Ihnen für Ihr Interesse an meinem Schicksal und beende diese kurze Botschaft mit dem Ausruf:
NIEMALS AUFGEBEN!

Wir wünschen Erich Priebke alles Gute zu seinem 96igsten Geburtstag und fordern seine unverzügliche Freilassung!

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