Henriks Welt

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Sagen >> Bestrafter Spott
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Durch den Ort Salzdetfurth fließt die Lamme, ein kleines Flüsschen, welches aber in Regenzeiten ebenso wie das Flüsschen Nette bei Bokenem zu einem wilden Strome anwachsen kann. Darum sagt man auch: „Wenn de Lamme werd taun Schade un de Nette taur Lus, so blieve jeder to Hus".

Einst wurde durch den Leichtsinn und die Vermessenheit gottloser Leute ganz Salzdetfurth unter Wasser gesetzt. Es war nämlich im heißen Sommer an einem Sonntagnachmittag und noch unter der Kirche, als eine Kegelgesellschaft mit vielem Toben und Schreien ihr Spiel trieb, und den Ermahnungen nur Spott und Hohn entgegensetzte.

Als ein Gewitter aufzog und der Donner immer drohender rollte, vergaß sich einer der Spieler soweit, dass er sagte: „Der da oben Kegelt ja auch und muss doch am besten wissen was sich Schickt!“ Doch halb verging den Leuten das Spotten, denn das Gewitter entlud sich gerade über dem Flecken und ein Weltenbruch prasselte nieder, der in wenigen Minuten die Lamme so hoch trieb, dass die meisten nur noch Schutz auf ihren Böden finden konnten. Da nahmen viele großen Schaden an ihrem Eigentum, die Spötter aber ertranken alle.

Quelle: Karl Seifart; Sagen, Märchen, Schwänke und Gebräuche aus Stadt und Stift Hildesheim: Gesammelt u. mit Anmerkungen versehen, Band 2; Verlag Wigand, 1860; mit kleinen Änderungen zur besseren Lesbarkeit seitens der BfZ-Hildesheim; Bildquelle: Flickr/freeskier

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