
Der Brauch, zur Weihnacht einen immergrünen Tannenbaum aufzustellen, kam zwar erst im 19. Jahrhundert in Deutschland auf, allerdings geht die Entwicklung dieses Brauches weit zurück bis zu den Römern und anderen Kulturen. Die Römer schmückten ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen. Anhänger des Mithras-Kultes schmückten Bäume zur Wintersonnenwende und kommen damit dem heutigen Brauchtum schon sehr nah, wobei hier nicht zwangsläufig Nadelbäume verwendet wurden.
In nördlicheren Gegenden, war es schon früh heidnische Tradition, daß an das Haus Tannenzweige gehängt wurden, damit bösen Geistern im Winter der Eintritt verwehrt bzw. erschwert wurde.
Im Mittelalter war es zu Festlichkeiten üblich ganze Bäume zu schmücken, so zum Beispiel den Maibaum. Zu Weihnachten veranstaltete die Kirche am 24.12. sogenannte Paradies-Spiele, um an den Sündenfall Adam und Evas zu erinnern. Die Bäume wurden mit Äpfeln und Figuren von Adam, Eva und der Schlange geschmückt, wobei nicht festgeschrieben war, ob es sich um einen Nadel- oder Laubbaum handeln musste. Diese Form des Christbaumschmucks wurde in Norddeutschland bis in das 19. Jahrhundert beibehalten.
Die erste Aufzeichnung über den üblichen Gebrauch des Weihnachtsbaums stammt aus dem Jahr 1605. Ein Elsässer schrieb: „Auff Weihnachten richtet man Dannenbäume zu Straßburg in den Stuben auf. Daran henket man Roßen auß vielfarbigem Papier geschnitten, Aepfel, Oblaten, Zischgold und Zucker“. Der erste Weihnachtsbaum mit Kerzen wurde von Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien 1611 geschmückt.
Die katholische Kirche boykottierte diesen „heidnischen“ Brauch zunächst und ging gegen die Plünderungen der Wälder vor, da ihr ein großer Teil der Wälder gehörte. Dieser Widerstand wurde aber mit der Zeit aufgegeben.
In der evangelischen Kirche war der Weihnachtsbaum schnell ein fester Brauch, da er sich von der katholischen Krippe zu Weihnachten unterschied. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Christbaum aber auch in den katholischen Gebieten Deutschlands und Österreichs Einzug gehalten.
Erst in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts tauchten die ersten Tannenbäume in den Wohnzimmern wohlhabender Hildesheimer Familien auf.
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