

Am Sonnabend, den 05.11.2005 haben wir eine Wanderung auf den höchsten Berg Norddeutschlands, den Brocken im Harz, gemacht. Ausgangspunkt war das Torfhaus, von dem die Brockenspitze etwa acht Kilometer entfernt über den Goethewanderweg zu erreichen ist. So machten wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg, um den Gipfel zu besteigen. Vorbei ging es an der schönen Harzer Landschaft, bestehend aus Tannenwald, Moortümpeln, Findlingen und schönen Rastplätzen. Am Hang des Brocken verschönte das Bild die immer wieder vorbeifahrende Schmalspurbahn, welche nach wie vor mit Dampf betrieben wird. Auf der Hälfte des Aufstiegs, passierten wir eine Panzerstraße, welche noch ein Relikt der roten Schreckensherrschaft ist. Jedoch ist der Weg links und rechts der Straße inzwischen mit jungen Tannen begrünt, so daß der Panzerweg aus der Entfernung wie kaum mehr als eine schmale Schneise in der Waldlandschaft des Harzes wahrgenommen wird. Weiter ging es über felsige Wege, welche zeitweise mit Planken belegt waren, um extreme Höhen und Tiefen auszugleichen.
Etwa 500 Meter vor der Kuppe des Brocken machten wir ein altes Soldatengrab aus, welches leider stark verrottet ist. Es erinnert an Johann Appel, welcher hier in den letzten Kriegstagen am 17.04.1945 gefallen ist.
Nachdem wir unseren Weg fortgesetzt hatten, nahm der kalte Wind auf den letzten Metern zum Gipfel stetig zu. Oben angekommen, hatten wir dichten Nebel, da wir uns mitten in einer Wolke befanden. Daher machten wir in einem Restaurant auf der Kuppe Rast, tranken Kaffee, probierten den bekannten Schierker Feuerstein und wärmten uns auf. Als die Gaststätte wieder verlassen wurde, hatte der Sturm die Wolken weggefegt und im strahlenden Sonnenschein eröffnete sich eine wunderbare Aussicht rund um das Harzer Bergland, bis weit nach Sachsen-Anhalt und Niedersachsen hinein. Besonders gut war die Sicht auf das nahgelegene Wernigerode, mit seinem prachtvollem Schloß. Schnell noch ein Gruppenphoto, dann machten wir uns auf den Rückweg, den schon Goethe im Jahre 1777 bewandert hatte. Vorbei ging es wieder an so mancher schönen Landschaft, während es langsam dunkelte. Aufgrund eines Vorschlags unseres ortskundigen Kameraden, wanderten wir nicht direkt zurück, sondern machten noch eine Nachtwanderung durch eine Moorlandschaft am Fuße des Brocken. Dort trafen wir noch ein Paar, welches sich im Dunkeln verirrt hatte und sich uns gerne auf dem Weg zurück zum Torfhaus-Parkplatz anschloß.
Wieder in Hildesheim angekommen beendeten wir den Abend, mit einem Besuch in einer Gaststätte, wo wir ein Festessen aus Schweinemedaillions, Spätzle und Kroketten serviert bekamen. Nach schönen 12 Stunden beendeten dann die Ersten diesen Tag, während einige Kameraden noch beim Bier verweilten. Alles in Allem ein wirklich schöner Tag, den wohl keiner von uns so schnell vergessen wird. Es hat sich wiedermal gezeigt, daß unser Land wirklich mehr zu bieten hat, als Döner- und Mc Donalds Fressbuden, und daß man die Natur, die uns hier umgibt, viel zu wenig zu schätzen weiß.