Henriks Welt

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Sagen >> Die armen Heidölmeken
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Am Pagelskirchhof gingen lange vor der westfälischen Zeit drei „Heidölmeken". Meine selige Mutter, welche Nachts oft aufs Waschen ging, hat sie mit eigenen Augen gesehen. Einmal lag eines im Wickelbunde dicht an der Kirchhofsmauer und schrie gottserbärmlich. Da dachte meine Mutter, es sei ein ausgesetztes Kind, und wollte es aufheben. Als sie aber danach greifen wollte, verwandelte sich das Wickelkind in ein Licht und hüpfte über die Mauer.

Es ist doch von den Eltern nicht zu verantworten, wenn sie mit der Taufe säumen und so ein „armen Wurm" als „Heidölmeken" hinsterben lassen. Die Welt ist aber heutigen Tages gar zu klug und glaubt nichts mehr.

Quelle: Karl Seifart; Sagen, Märchen, Schwänke und Gebräuche aus Stadt und Stift Hildesheim: Gesammelt u. mit Anmerkungen versehen, Band 2; Verlag Wigand, 1860; mit kleinen Änderungen zur besseren Lesbarkeit seitens der BfZ-Hildesheim; Bildquelle: flickr/Harald_

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