Henriks Welt

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Gedenken >> Kriegerdenkmal Giesen
>>Kriegerdenkmäler<< | 22.03.1945 Bombenterror über Hildesheim | Tote des 17. Juni 1953 | Heldengedenken


- Den Toten in der Heimat, den Gefallenen Helden, den Vermissten und Verschleppten. Dem Vaterland treu auch im Sterben - Deutsch bis in den Tod -


- Deutsche sterben in Berlin und der Sowejetzone für Freiheit und Heimat -


Kriegerdenkmal Giesen

Unvergessen!


Gefallene 1939 - 1945


Bruno Heinemann; Klaus Andrich; Horst Weinert; Erch Schmidt; Otto Großmann; Paul Bartelt; Karl Großmann; Fritz Buchholz; Anna Schwer; Willi Schwer; Maria Ekert; Karl Ekert; Gerhard Schonke; Fritz Keller; Walter Umlaut; Martin Thiel; Herbert Blasche; Oskar Blasche; Richard Kramer; Emma Arndt; Selma Kauschke; Josef Schubert; Kurt Gerlach; Walter Hoffmann; Richard Wolf; Willi Schieber; Alfred Lopatter; Karl Lopatter; Marged Lopatter; Paul Reinke; Arthur Faustmann; Heinrich Stochek; Franz Mitschke; Paul Lacheise; Karl Warzinek; Oskar Faustmann; Richard Mattern; Otto Gernhöfer; Erich Kunisch; Ilse Dahlke; Heinrich-Georg Boss; August Kuhn; Gunther Stodollik; Richard Kuhn; Otto Eigenfeld; Hugo Greitenberg; Erich Trixa; Alfred Pirsch; Erwin Umländer


Zustand: Nach der Restauration ist das Denkmal wieder sehr gepflegt. Das Ehrenmal ist wieder ein würdiges Gedächtnis für die Gefallenen aus Giesen, Klein Förste, Groß Förste, Ahrbergen und Hasede.

Gedenksteineinweihung des Bundes der Vertriebenen am 03.10.2010 am Ehrenmal in Giesen

WiedereinweihungAm herrlich-sonnigen Tag der deutschen Einheit machten wir uns auf den Weg, um eine Gedenksteineinweihung am Giesener Ehrenmal zu besuchen. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch das Neubaugebiet, kamen wir am Veranstaltungsort an. Ein Rednerpult und zahlreiche Bänke für die zumeist älteren Herrschaften waren bereits aufgebaut. Die Teilnehmerzahl lag erfreulicherweise bei etwa 150 Personen und auch der Hildesheimer Staatsschutz war vertreten, um diese bürgerliche Veranstaltung zu überwachen.

Die Begrüßungsrede hielt der 1. Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen aus Giesen. Auch er war über die hohe Besucherzahl erfreut. Während seiner Ansprache dankte er den Einwohnern Giesens für die Aufnahme der Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg. Außerdem dankte er allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben, vor allem dem Spender des Gedenksteines. Im Anschluss an die Rede wurde mit musikalischer Unterstützung des Giesener Musikzuges das Ostpreußenlied gesungen.

Der Ortsbürgermeister sprach zurecht davon, dass sich Menschen unser jungen Generation das Leid und Elend der Vertriebenen nicht vorstellen könnten, da wir eine Vertreibung schließlich nicht erlebt hätten. Weniger angebracht waren dann die Vergleiche der deutschen Vertreibung ab 1945 mit dem Jugoslawien-Krieg und den fragwürdigen Anschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten. Auch den Afghanistan-Krieg führte er an und vergaß dabei zu erwähnen, dass in diesem Fall deutsche Soldaten ihr Leben für kapitalistische Interessen lassen mussten. Es folgte erfreulicheres: das Niedersachsenlied.

Ein Großneffe des Dichters Gerhart Hauptmann trug das Gedicht „Fremd im eigenen Land“ vor. Gemeinsam wurde das Schlesierlied gesungen.

Nun war eine Dame an der Reihe, die vom Leid der Vertriebenen erzählte. Sie hatte damals, wie viele andere auch, Alles verloren und wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten von den Menschen in Giesen herzlich aufgenommen. Die Giesener teilten ihre wenigen Nahrungsmittel und ihre Häuser mit den „fremden“ Menschen aus dem Osten. Es war die bewegendste Rede des Tages, voller Emotionen und Dankbarkeit. Vor den etwa 12 Millionen Vertriebenen und den Volksgenossen, die sie damals aufgenommen haben, sollten wir großen Respekt haben. Es wurde alles geteilt, damit jeder irgendwie durchkam. Das Pommernlied schloss ihre Rede ab.

Ein Superintendent sprach von der Vertreibung und wie er bei minus 25 Grad aus Posen in einem Flüchtlingstreck flüchtete. Der letzten Befehl, den er mit ein paar anderen bewaffneten Pimpfen bekam, lautete: „Der Ivan kommt, ihr müsst sofort mit den Pferdewagen aus der Stadt und die Wagen beschützen.“ Er berichtete vom Kampf der alten Menschen, von Frauen, die Säuglinge in ihren Armen hielten, davon, wie tote Kinder in Schneewehen begraben werden mussten und zuletzt auch von der guten Aufnahme im zerstörten Westen.

Nach dieser Ansprache wurde der Gedenkstein enthüllt und das Lied „Lobet den Herren“ gesungen. Die Abschlussworte hielt der Ortsbürgermeister. Danach sangen alle Teilnehmer gemeinsam die 3. Strophe des Deutschlandliedes.

Es war ein sehr lehrreicher Tag. Obwohl nach dem Krieg alles zerstört war, wurden 12 Millionen Vertriebene aufgenommen und versorgt. Gemeinsam wurde Deutschland aus Schutt und Asche wieder aufgebaut. Den Vertriebenen und denen die sie aufgenommen haben gebührt unsere tiefe Dankbarkeit. Eine solch gelebte Volksgemeinschaft wird es womöglich nie wieder geben; das war eine andere Art von Menschen, voller Tatendrang und Gemeinschaftssinn. Doch gerade dieser Zusammenhalt, diese Hilfsbereitschaft und dieser Wille einer gelebten Volksgemeinschaft sollte uns noch heute ein leuchtendes Vorbild und erstrebenswertes Ziel sein!

Wiedereinweihung des Kriegerdenkmals in Giesen


WiedereinweihungAm 17. Juni 2007 wurde am Jahrestag des Aufstands gegen die rote Schreckensherrschaft in der DDR das Ehrenmal in Giesen nach der dringend notwendigen Restaurierung mit einer feierlichen Stunde wieder eingeweiht. Pikant war im Vorfeld, daß die komplette SPD-Fraktion des Ortes der Versammlung fern blieb, da bei der Veranstaltung ein Gedicht von Agnes Migel vorgetragen wurde. Ferner wurden die jüngeren Besucher vom Hildesheimer Staatsschutz kontrolliert.

Die Veranstaltung begann nach einer kurzen Einführung mit einer mittelmäßigen Rede des Bürgermeisters. Diese bezog sich in erster Linie auf die für US-amerikanische Interessen gefallen Bundeswehrsoldaten, die er als Verteidiger der Freiheit darstellte. Für diese vermeintlichen Freiheitskämpfer wurde im Verlauf des Festaktes ein Gedenkstein enthüllt. Des weiteren sah er im Gegensatz zu den meisten anderen Besuchern den Sinn des Denkmals für Vertreibung im Nahen Osten, Afghanistan und Afrika. Die deutsche Vertreibung wurde nur am Rand thematisiert. Der nächste Redner trug das Gedicht „Wagen an Wagen“ von Agnes Miegel vor, welches in dramatischer Deutlichkeit die Leiden der Vertriebenen veranschaulichte. Als letzte Rednerin trat die Enkelin des Erbauers des Denkmals auf, die in ergreifenden Worten über den gewaltigen Aufwand und die Mühen der Vertriebenen berichtete, die trotz aller Widrigkeiten das Giesener Ehrenmal 1950 errichteten. Sie erzählte von der immer größer werdenden Bedeutung des Denkmals, vom Wort „Ehre“ und von ihren Erinnerungen und dem Schicksal ihrer Familie. Diese Rede zog alle Anwesenden in ihren Bann. Zwischen den Reden wurde vom Sarstedter Musikzug folgende Lieder gespielt: Das Ostpreußenlied, Schlesierlied, Pommernlied, Niedersachsenlied und zum Ende der Veranstaltung die 3. Strophe des Deutschlandliedes.

Nach der Veranstaltung konnten wir noch interessante Persönlichkeiten kennenlernen und werden weiterhin mit ihnen in Kontakt bleiben. Der Rahmen der Veranstaltung war sehr würdig, wenn auch die ein oder andere Äußerung mehr der politischen Korrektheit als der Feier selbst diente.

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