Henriks Welt

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Sagen >> Glühender Mann
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Brauchtum | >>Sagen<< | Hildesheim vor der Zerstörung

Zwischen Einum und Bavenstedt im Sauteichsfelde, sieht man nachts einen glühenden Mann, welcher mit einem glühenden Pflug pflügt und dabei immer ausruft: Unrecht! Unrecht! Dieser Mann geht so bis zum jüngsten Tage, weil er seinem Nachbar abgepflügt und nachher beschworen hatte, daß das abgepflügte Land sein eigenes sei.

Auch im Felde vor Wülfingen pflügt allnächtlich ein Mann rastlos mit glühendem Pfluge, aber trotz aller Mühe bringt er jede Nacht nur ein Sandkörnchen von seinem Stück wieder an das des Nachbars, dem er bei Lebzeiten abgepflügt hatte. — Ein anderer Mann hatte bei Lebzeiten Garben gestohlen und auf seinen Hof getragen. Seit seinem Tode wälzt sich nun allnächtlich ein glühendes Garbenbund von dem bestohlenen Acker auf das Dorf los. Es wälzt sich durch die Kirchhofsgasse über den Kirchhof und verschwindet in der Scheuer des Hofes, der jenem diebischen Manne einst gehörte.

Quelle: Karl Seifart; Sagen, Märchen, Schwänke und Gebräuche aus Stadt und Stift Hildesheim: Gesammelt u. mit Anmerkungen versehen, Band 2; Verlag Wigand, 1860; mit kleinen Änderungen zur besseren Lesbarkeit seitens der BfZ-Hildesheim; Bildquelle: flickr/trevor dennis

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