Henriks Welt

Gästebuch

Dresden und danach

Eine Woche nach unserer Demo...oder sagen wir mal eine Woche nach dem Weg zu unserer Demo: „Recht auf Gedenken“ in Dresden, las ich eine Riesensauerei im Netz. Sechs „Sozialisten“ behaupteten in Dresden gewesen zu sein und dabei weder Randale, noch Feuer, Barrikaden oder verletzte Polizisten gesehen zu haben. Alles sei ganz friedlich gewesen. Den Nazis hätte man friedlich gezeigt, dass sie in Dresden nicht erwünscht wären.

Es war abends halb 10 in Deutschland, als ich diesen Mist las und musste darauf irgendwie reagieren. Die Sechs hatten sich ablichten lassen und ihren vollen Namen dabei stehen. Da es im Netz mitunter sehr leicht ist Telefonnummern zu finden, versuchte ich mein Glück. Die ersten beiden Namen waren Fehlanzeige. Beim 3. Namen allerdings, einer Dame vom Lande, hatte ich Glück. Nummer rausgesucht und gewählt. Sie war sofort dran. Von diesem Telefonat möchte ich hier gern berichten. Der Name der jungen Frau ist frei erfunden, das Gespräch hat im Wortlaut tatsächlich so stattgefunden.

Frau Hase: „Hase, wer spricht denn da?“

Ich: „Sagen Sie mal, wie können Sie behaupten in Dresden hätte es keine Randale gegeben?“

Frau Hase: „Wer sind Sie und was erlauben Sie sich, so spät noch anzurufen?“

Ich: „Mein Name ist Henrik und wer solche Lügen im Netz mit vollem Namen und Foto verbreitet, der muss sich nicht wundern, wenn rechtschaffende Bürger sich abends dazu äußern möchten.“

Frau Hase: „Warum rufen Sie nicht am Tage an? Meine Kinder sind schon im Bett und ich will sie nicht wecken.“

Ich: „Am Tag muss ich arbeiten und ihre Kinder können Ihnen ja nicht so wichtig sein, wenn Sie am Wochenende mit randalierenden Linksextremisten in Dresden Steine geworfen haben.“

Frau Hase: „Ich habe nicht mit Steinen geworfen. Bei unserer Gegendemo in Dresden war alles friedlich. Meine Kinder waren bei ihrem Vater.“

Ich: „ Ach so, da haben Sie am Sonnabend ihre Kinder zum Vater abgeschoben, um in Dresden eine gerichtlich durchgesetzte Demonstration undemokratisch und rechtswidrig zu unterbinden?“

Frau Hase: „Ich bin Demokratin und es ist für Demokraten eine Pflicht sich gegen Nazis zur Wehr zu setzen - mit allen Mitteln. Und meine Kinder habe ich noch nie abgeschoben. Mein Exmann hat die Kinder jedes 2. Wochenende.“

Ich: „Ihr Ex hat es wohl nicht lange mit Ihnen ausgehalten, den haben Sie sicher durch ihr seltsames Demokratieverständnis verjagt...“

Frau Hase: „Lassen Sie meine Familie aus dem Spiel!“

Ich: „Ihre Familie interessiert mich nicht. Schade finde ich es allerdings, dass Ihre Kinder nicht im Familienverbund aufwachsen und wenn ihre Mutter zu undemokratischen Veranstaltungen will, sie ihre Kinder zu dem Vater abschiebt. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Kinder an den Wochenenden mit ihrem Vater kein linksextremes Weltbild vorgelebt bekommen.“

Frau Hase: „Meine Kinder gehen Sie nichts an, ich habe keine Lust mehr mit Ihnen zu reden.“

Ich: „Wenn Sie schon dauernd von Ihren Kindern reden, denken Sie eigentlich auch mal an die Kinder von den 83 zum Teil schwerverletzten Polizisten, die das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verteidigen sollten?“

Frau Hase: „Dass dort Polizisten verletzt worden sind, tut mir Leid. Von mir ist aber keine Gewalt ausgegangen.“

Ich: „Aber Sie sind sicher mit Gewalttätigen aus ganz Deutschland zusammen nach Dresden gefahren...“

Frau Hase: „Ich bin mit dem DGB-Bus meiner Heimatstadt gefahren. Es gibt überall Solche und Solche.“

Ich: „Aber Sie finden es gut, dass die Demonstration “Recht auf Gedenken“ nicht stattfinden konnte, weil Ihresgleichen Dresden in ein Schlachtfeld verwandelt haben?“

Frau Hase: „Ich lehne Gewalt ab, aber die Auswirkungen in Dresden finde ich gut. Und nun Schluss jetzt, ich finde es unerhört mich abends um halb 10 am Telefon zu belästigen. Meine Kinder müssen schlafen.“

Ich: „Wissen Sie was? Wenn ich Ihre Meinung hier so höre, könnte ich mir vorstellen nachher um halb 11 noch mal bei Ihnen anzurufen...Tschüss!“

Unglaublich – oder was denkt Ihr? Schreibt mir Eure Meinung.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Henrik



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