
In den Morgenstunden des 23. Mai 2010 machten sich zehn Aktivisten der BfZ-Hildesheim bei sonnigem und warmen Wetter auf, um einen Ausflug zum Panzermuseum in Munster zu machen. Neben modernen Panzern der Bundeswehr, historischen und aktuellen Fahrzeugen der Alliierten sind dort hauptsächlich Panzer und Fahrzeuge aus der deutschen Geschichte ausgestellt. So wird man gleich zu Beginn von einem stählernen Ungetüm aus dem Ersten Weltkrieg begrüßt, welches den nicht ganz unpassenden Namen Wotan getragen hat. Desweiteren werden dort Panzer der Wehrmacht ausgestellt, wobei hier die Modelle Panzerkampfwagen 1, Panzer 38-T, Panzerkampfwagen 3, Panzerkampfwagen 5, Panther, Jagdpanther, Jagdpanzer 4, Sturmgeschütz 3, Brummbär, Nashorn, Königstiger und Sturmtiger erwähnenswert sind. Neben den gepanzerten Fahrzeugen sind dort auch Kradfahrzeuge, Uniformteile, komplette Uniformen, Fahnen und allerlei Waffen zu bestaunen. Teil der Ausstellung ist auch die Totenmaske des als Wüstenfuchs in die Geschichte eingegangenen Erwin Rommel.
Neben dieser festen historischen Ausstellung gab es am 23. Mai zudem noch eine Modellbauausstellung, an der sich zahlreiche Vereine und Einzelpersonen beteiligten und dort ihre Nachbauten von allerlei Militärfahrzeugen präsentierten. Dort konnte man die mühevolle Bastelarbeit begabterer Modellbauer in allen nur erdenklichen Größen bestaunen. Auf dem Außengelände vergnügten sich einige Modellbauer mit ferngesteuerten Panzern, welche erstaunliche Details und teilweise eine erhebliche Größe aufweisen konnten. Einige Fahrzeuge waren sogar mit Pyrotechnik ausgestattet, so dass sich auch dem Laien ein spannendes Szenario eröffnete. Nach etwa vier Stunden wurde der Besuch im Panzermuseum von Munster beendet und der Ausflug wurde fortgesetzt.
Im Anschluss an den Besuch des Panzermuseums wurden die Sieben Steinhäuser in Bergen-Hohne besucht, welche sich auf dem dortigen Truppenübungsplatz befinden und deshalb nur am Wochenende zugänglich sind. Bei den Sieben Steinhäusern handelt es sich tatsächlich um fünf Großsteingräber, die der Nordischen Megalitharchitektur zugerechnet werden. Die Zahl Sieben steht also nicht für die tatsächliche Anzahl sondern vermutlich für „einige“ Steingräber. Man kennt dieses Phänomen aus dem Mittelalter, in dieser Epoche galt Sieben als magische Zahl und hatte mehrere Bedeutungen. Auch heute noch kennen wir: Seine Siebensachen packen.
Die Sieben Steinhäuser sind ein mystischer Ort, der eine faszinierende und uralte Ausstrahlung hat. Doch alleine schon die technische Meisterleistung unserer Ahnen ist bewundernswert, ohne nennenswerte Werkzeuge und mit reiner Muskelkraft solche gewaltigen Felskonstruktionen zu errichten.
Wieder in Hildesheim angekommen, setzen sich die Aktivisten zusammen, um gemütlich am Grill den Tag ausklingen zu lassen. So wurde dann noch bis in die frühen Morgenstunden zusammengesessen und das ein oder andere kühle Bier rundete diesen ereignisreichen Tag ab.
Passend dazu hier noch ein wenig Kultur:
Die Frauen vom Stamme der roten Hunde,
die schrien auf wie aus einem Munde;
die weite braune Heide erklang
von ihrem gellenden Klagegesang.
Die Wölfe stoben entsetzt von dannen,
die Elche polterten durch die Tannen,
die Adler ruderten hastig vorbei,
erschreckt von dem grausigen Wehegeschrei.
Die Krieger umstanden die Bahren im Kreise,
sie sangen die dunkle Racheweise,
sie sangen das alte böse Lied
von dem roten Hund, der auf Raub auszieht.
Der Häuptling stand zu den Füßen der Bahren,
die rote Fellkappe über den Haaren,
die rechte Hand umschloß das Beil,
die linke lag an dem Feuersteinkeil.
Sein Antlitz färbten die Zeichen der Trauer:
sieben weiße Schleifen und ein blauer;
die Brust war siebenmal aufgeschlitzt,
die Stirne siebenfach blutig geritzt.
Sah nicht zur Rechten, sah nicht zur Linken:
seine Augen starrten, ohne zu blinken,
auf seiner toten Söhne Gesicht;
seine schmalen Lippen, die zuckten nicht.
Er hob das Beil, der Kreis sich teilte,
vom Lager her der Zauberer eilte,
er führte herbei ein weißes Roß,
von dessen Maule der Geifer floß.
Die Frauen schrien, die Männer sangen,
die Schilde dröhnten, die Hörner klangen,
der Zauberer riß mit dem heiligen Stein
dem Schimmel die Opfermarken ein.
Und warf ihm Staub in die weiße Mähne
und rieb ihm Asche zwischen die Zähne,
und sengte die Locke auf seiner Stirn
und trieb ihm den Steinkeil in das Gehirn.
Und als er blutend im Sande zuckte,
der Zauberer ihm in die Augen spuckte
und flüsterte den schlimmen Spruch
und murmelte den bösen Fluch:
"Verschwinden werden von der Erde
die Männer vom Stamme der weißen Pferde;
ihr Name wird vergangen sein,
wie Tau vergeht im Sonnenschein.
Der Wolf wird ihre Herzen fressen,
der Rabe ihre Augen essen,
in ihren Schädeln pfeift der Wind,
wenn sie erhöht vor dem Lager sind."
Die Hörner heulten, die Schilder klangen,
die Weiber schrien, die Krieger sangen,
der Zauberer schwang das brennende Scheit
und weihte die Toten der Dunkelheit.
Aus sieben Bahren schlugen die Flammen
und kamen in einem Rauche zusammen,
des knisternden Wacholders Duft
erfüllte weit und breit die Luft.
Die Flammen flackerten auf und nieder
und fraßen der Häuptlingssöhne Glieder;
Die Krieger sangen das böse Lied
von dem roten Hund, der auf Raub auszieht.
Und sangen das Lied wohl sieben Jahre
und ließen wachsen am Kinne die Haare
und wuschen Leib nicht und Gesicht
und schliefen in ihren Hütten nicht.
Es blieb das Beil in ihren Händen,
das Messer wich nicht von den Lenden,
es hing in jedes Kriegers Haar
der rote Fuchsschwanz sieben Jahr,
Bis daß vertilgt waren von der Erde
die Männer vom Stamme der weißen Pferde;
Es blieb verschont nicht Weib und Kind,
in ihren Schädeln pfiff der Wind.
Da machte der bunte Stock die Runde
durch alle Hütten der roten Hunde
und rief die Krieger alle heran;
sie kamen im Festschmuck Mann für Mann,
Und feierten das große Gelage,
das dauerte ganze sieben Tage.
Die weite braune Heide erklang
von ihrem gellenden Jubelgesang.
Dann bauten sie lange, breite Dämme,
dann fällten sie lange, dicke Stämme,
dann wälzten immer hundert Mann
die großen Steine der Heide heran,
Daraus sie sieben Kammern türmten,
die sieben Totenurnen beschirmten,
und wölbten hoch den weißen Sand,
hell leuchtend aus dem braunen Land,
Zu geben weit und breit die Kunde
vom Rachekrieg der roten Hunde,
von ihrer sieben Helden Tod
und von der Schimmelreiter Not.
Hermann Löns