
Am Dome sieht man an einem Mauerstein ein eingebranntes Horn, das kommt vom horchenden Teufel. Ein frommer Predigermönch predigte nämlich gewaltiglich gegen den Bösen und deckte alle seine Tücke auf. Als das dem Teufel mitgeteilt wurde, wollte er sich selbst überzeugen, lehnte den Kopf an die Mauer um zu horchen und hörte wie jeder Horcher an der Wand, „seine eigene Schand'". Er mußte aber den frommen Mönch wohl lassen und fuhr mißmutig davon. Als Wahrzeichen seiner Spioniererei sitzt nun der Abdruck seines glühenden Horns noch heute in dem Steine.
Quelle: Karl Seifart; Sagen, Märchen, Schwänke und Gebräuche aus Stadt und Stift Hildesheim: Gesammelt u. mit Anmerkungen versehen, Band 2; Verlag Wigand, 1860; mit kleinen Änderungen zur besseren Lesbarkeit seitens der BfZ-Hildesheim
Auf dem Hinweisschild neben dem Teufelshorn steht geschrieben:
Das Teufelshorn
1. Als Bischof Gunthar den Dom einst baute,
der Teufel seinen Ohren nicht traute.
Hier wollte man Gottes Wort verkünden
und aufzählen all des Teufels sünden.
2. Darob geriet er so in Zorn
„Den Dom zerstör ich mit dem Horn“
er setzte an zum gewaltigen Sprung,
er traf den Dom mit großem Schwung.
3. Jedoch die Mauern gaben nicht nach,
dem Teufel nur Horn abbrach.
Und dieses Horn, zu Satans Pein
steckt heute noch in Domes Stein.