Henriks Welt

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Sagen >> Wunder zu Ottbergen
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Wallfahrtskapelle in OttbergenAm Kreuzerhöhungstage wallfahrtet man nach Ottbergen. Es sind noch keine zwanzig Jahre her, als es hieß, ein Hund sei mit zur Kapelle hinaufgegangen und, oben angekommen, zum Menschen geworden. Hunderte von Leuten hatten den Hund selbst gesehen und konnten es beschwören. Nun sagte man, der Hund sei ein reicher Bauer und gräulicher Sünder gewesen, der im Ärger darüber, daß das Korn so billig am Markte gewesen war, ein Kreuz im Felde mit den Worten geschlagen hatte: „Wenn ek wüßte, dat du daran Schuld wörst, dat dat Koorn sau billig is, so wolle ek dek hier gliek in dusent Stücke slahen." — „Ne Häre, hei is doch slimmer as'n Hund", sagte der erschrockene, gottesfürchtige Knecht, der den Bauern begleitete, und im Nu war der Bauer verschwunden, den Knecht aber umheulte und umwinselte ein großer, rauher Hund. Da betete der Knecht, daß der liebe Gott doch die Strafe wieder von seinem Herrn nehmen möchte, denn der Herr sei betrunken gewesen und habe nicht bei Sinnen gehandelt. Aber der Hund blieb Hund, lief mit dem Knecht auf den Hof und wäre bald von den Hofhunden zerrissen. — Der Sünder saß nun da, wo er früher oben am Tische gesessen hatte, unterm Tische. Aber Gott hat noch Gnade für den ärgsten Sünder; als der Wallfahrtstag kam, wallfahrtete der Knecht mit dem Hunde zur Kapelle bei Ottbergen und oben ward dem Bösewicht wieder seine menschliche Gestalt gegeben.

Quelle: Karl Seifart; Sagen, Märchen, Schwänke und Gebräuche aus Stadt und Stift Hildesheim; Verlag Wigand, 1854; mit kleinen Änderungen zur besseren Lesbarkeit seitens der BfZ-Hildesheim

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